Ernährung und Psyche

Geschrieben von Julia.

Ernährung und Psyche

Auf die Fragen „Was ist gutes Essen?“, „Was ist gute Ernährung?“, „Was hat das mit der Psyche zu tun?“ bekommt man die verschiedensten Antworten.

Die Physiologie der Ernährung steht im Zentrum der modernen Ernährungswissenschaft. Kunden und Patienten werden gewogen und vermessen, Kalorien gezählt und Nahrungsmittel in Nährstoffe aufgegliedert. Ernährungsempfehlungen appellieren an die Vernunft, indem sie diese Lebensmittel empfehlen und jene verdammen. Die Psyche des Menschen wird dabei, solange sie nicht unmittelbar zum Krankheitsbild gehört, weitgehend ausgeklammert.

Wurstplatte bei Grand Vignoble Berlin

Wurstplatte bei Grand Vignoble Berlin

Vor 50 Jahren legte eine Mutter viel Wert daran, dass Butter und Fleisch, Weißbrot und Sahne auf dem Esstisch ihrer Familie möglichst nicht fehlen. Sich gut ernähren bedeutete oft viel und fett zu essen. Heute achten wir im Gegenteil auf einen möglichst niedrigen Fettgehalt der Lebensmittel, die auf unser Tisch kommen, und zählen aufmerksam Kalorien, die wir zu sich nehmen.

Galt vor 100 Jahren etwa Zahnkaries als eine Krankheit von Reichen, weil Zucker und Süßigkeiten – die Hauptfeinden gesunder Zähne – für arme Bevölkerungsschichten einfach unerschwinglich waren, so haben sich die Produktionsverfahren so vergünstigt, dass am Anfang des 21. Jahrhunderts es eher die ärmeren sozialen Schichten sind, die durch eine ungesunde Ernährung mit zu viel Zucker und Fett krank werden.

Generell aber brauchen sich heute Menschen aus reichen Ländern wie Deutschland keine Sorgen mehr zu machen, dass sie genug essen, um in kalten Jahreszeiten nicht wegen Vitaminmangel krank zu werden und wegen Energiestoffmangel nicht genug Kraft für schwere körperliche Arbeit zu haben.

Aufs Ganze betrachtet ist der Körper eines westlichen Menschen zumindest hypothetisch gut versorgt und es ist Zeit, über den Zustand der Seele nachzudenken. Heutzutage essen wir nicht nur, weil wir hungrig sind. Wir essen auch, wenn wir traurig, gelangweilt, zufrieden oder gestresst sind. Es spielt eben nicht nur eine Rolle, „was“ und „wieviel“ wir essen, sondern auch „warum“ und „wie“ wir essen. Mit diesen Zusammenhängen unseres Essverhaltens beschäftigt sich die Wissenschaft der Ernährungspsychologie.

Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Psyche besteht einerseits darin, dass das psychische Befinden ein gestörtes Ernährungsverhalten zur Folge haben kann. Umgekehrt übt aber auch die Ernährung bzw. die Auswahl bestimmter Lebensmittel einen Einfluss auf das seelische Wohlbefinden aus. Ein Mensch, der gelernt hat, gut auf die Signale des eigenen Körpers zu achten, wird immer intuitiv wissen, welche Stoffe und Elemente seinem Körper fehlen und in welchen Lebensmittel er sie wieder findet. Dafür muss man kein Ernährungswissenschaftler sein! Wenn wir Lust auf ein Bratkartoffelgericht oder auf Tomatensaft verspüren, dann liegt es ganz einfach daran, dass unser Körper weiß – er braucht z.B. Kalium oder Mineralsalz.

Besonders offensichtlich ist diese selbstversorgende Eigenschaft unseres Körpers bei manchen schwangeren Frauen zu beobachten: Währen das Baby im Bauch wächst, will eine werdende Mutter Salzgurken essen; die andere denkt ausschließlich an Schokolade.

Auch Menschen, die unter Stress stehen, greifen oft unbewusst zu Schokolade, weil Schokolade ein natürlicher Stress-killer ist.

Ernährung und Psyche können auch das Geschlecht eines Babys mitbestimmen, glauben Wissenschaftler. Soll es eine Tochter sein, dann sollten Frauen vor der Empfängnis viel Kalzium (Quark, Joghurt, Käse) und Magnesium (Vollkornbrot, Soja, Fisch) essen. Für Jungen sollte vor der Empfängnis viel Natrium (Salz) und Kalium (Kartoffeln, Bananen, Spinat) gegessen werden.

Die unterschiedlichen Mineralstoffe beeinflussen bei der Befruchtung das Geschlecht des Kindes – dies beweisen einige wissenschaftliche Studien. Mütter, die einen Jungen haben wollen, sollten unbedingt Stress vermeiden, weil Stress auf den Hormonhaushalt der Frauen wirkt. Was ist denn gutes Essen? Gutes Essen ist alles, was unser physisches und psychisches Wohlbefinden unterstützt.

Die wichtige Botschaft ist – achten Sie auf die Signale, die ihr Körper sendet und lernen Sie diese zu verstehen! Denn unser Körper ist das natürliche Frühwarnsystem gegen potentielle Krankheiten des Körpers und der Seele.